biographie_bauerhof_margenmuehle_ch.jpgIch bin in Oberbussnang-CH auf dem Bauernhof meiner Eltern aufgewachsen und lernte schon früh den Umgang mit Hammer und Zange. Ich baute verschiedene Gefährte zusammen und stylte mein Velo/Mofa nach den aktuellen Modetrends. Das Zweiradvirus hatte mich nun endgültig gepackt. Das erste Zusammengesparte, aus dem Verkaufserlös meiner Kaninchen, wurde in eine Kreidler Florett 50ccm investiert. Die Werkstatt war schon damals meine zweite Heimat. Als es um die Berufswahl ging, entschied ich mich nach längerem hin und her gegen die Landwirtschaft. Ich hatte das Glück und konnte mein Hobby zum Beruf machen. 

 

 

biographie_cross_1989_jump_kx_250.jpgSchon früh galt meine Leidenschaft dem Motocross. Während der Lehre war es mir dann auch möglich 1988 das erste Jahr Schweizermeisterschaft in der Kategorie Junioren zu fahren.
Trotz Problemen mit dem Handgelenk konnte ich doch einige Siege feiern, stieg 1989 in die Kategorie National250, und 1990 in die Kategorie Inter250 auf.

Schliesslich, um vorne mithalten zu können, hätte ich nochmals 3 bis 4 Jahre in Training etc. investieren müssen, worauf ich alles verkaufte und auf die Ermunterung meiner Schwester einging, mit ihr durch Südamerika zu reisen.

 

biographie_motorradreise_salzsee_uyuni_bol.jpgNach 5 Monaten tauschte ich meinen Rucksack gegen eine Tenere ein. Mit Werner, dem Bayern, kam ich nicht nur auf den Geschmack des Biertrinkens, sondern vielmehr auf die Faszination der Freiheit auf zwei Rädern. Der Weg Richtung Norden, entlang schmaler Schotterwegen zwischen Argentinien und Chile, führte uns nach Bolivien und Peru. In Cusco lernte ich 1993 Giselle kennen, woraus sich eine langjährige Beziehung ergab. Zusammen fuhren wir bis nach Lima, wo ich das Motorrad einstellte. Wir kamen zurück in die Schweiz, um wieder Geld zu verdienen.
Nach einem Jahr wars dann wieder soweit, und wir sattelten die Tenere in Lima neu: Peru, Ecuador, Kolumbien, Amazonas Peru.
Nachdem wir 18 Mt. Tag und Nacht zusammen waren, heirateten wir in Cusco. Dann trennten wir uns auch von der Tenere und versuchten nochmals einen Neustart auf dem Bauernhof in der Schweiz, was ein weiteres mal scheiterte.

 

biographie_motorradreise_amazonas_pe.jpgEine Dominator wurde komplett revidiert, abgeändert und nach Chile geschickt: Argentinien, Uruguay, Brasilien, Paraguay, Bolivien, Peru. Nach dieser Reise verkaufte ich meine Dominator und ging zurück in die Schweiz, wo ich wieder arbeitete und mir ein Jahr später ein neues Motorrad kaufte, herrichtete und nach Chile zurückkehrte.

So verbrachte ich mit Giselle 8 wundervolle Jahre, zwischen Südamerika, der Schweiz, dem Arbeiten und Töffreisen. Im Zentrum von Weinfelden fand ich einen geeigneten Raum und baute diesen zu einer Werkstatt um. Ein Überschlag bei einem Hobby-Crossrennen machte mir einen Strich durch die Rechnung und ich verbrachte eine Woche auf der Intensivstation und 3 Monate an Krücken.  

 

Schliesslich, nach der Genesung im Frühling 01, eröffnete ich in endlich meine eigene, langersehnte Velo-/Töffwerkstatt „2 Rad Service“. biographie_werkstatt_weinfelden__ch.jpgWährend den ersten zwei Jahren arbeitete ich jeweils morgens in einer grossen Motorradwerkstatt und nachmittags betreute ich meine eigene Kundschaft. Wie es der Zufall so wollte, habe ich durch ein Inserat im Töffmagazin Bruno kennen gelernt, der in Peru Motorradtouren anbot und einen Ersatztourguide suchte. Nach einer gemeinsamen Probetour im Januar 03 mit fünf Teilnehmern wurde ich eingestellt. Zurück in der Schweiz lief meine Werkstatt auf Hochtouren, ich gewann immer weitere Kunden, sodass ich mich nur noch auf mein eigenes Geschäft konzentrieren konnte. Die Jahre verzogen, die Routine wurde grösser, und eines Tages hatte mich der Alltag eingeholt. Es blieb fast keine Zeit mehr um zu sein, für das Schöne, alles hatte einen Namen und seinen Zweck.

 

Als ich 14 war und mit dem Töffli aus dem Tessin zurückkehrte, setzte ich mich das erste mal mit dem Gedanken an eine Weltumrundung mit dem biographie_weltreisestart_in_weinfelden__ch.jpgMotorrad auseinander. Giselle hatte genug von unserem Alltag und beschloss nach Peru zurückzukehren. Die Idee der Weltreise wurde somit immer konkreter und ich begann mit der Suche nach einem Nachfolger für meine Werkstatt.

Nach einigen Misserfolgen bemerkte ich, dass ich mein Leben nicht von anderen Faktoren abhängig machen wollte und beschloss im Sommer 05 aufzubrechen. Ich begann mit dem Reiseumbau einer XL600 Transalp/-world!.

Die Bestätigung für mein Unternehmen bekam ich Mitte Juni 06 durch die Zusage von einem Mechanikerkollegen, welcher die Werkstatt übernommen hat. Nach 4-tägiger Abschiedsparty gibt es jetzt, 08.2005 kein Zurück mehr…
Der Töff ist gesattelt, die Visen ausgestellt und das Abenteuer „Weltreise“ kann beginnen. Der Regenbogen im Osten weist mir den Weg…

   
© 2013 Mathias Schmid